TV Wettermoderator aus JVA Mannheim entlassen - Journalisten belagern das Gefängnis

Der unter Vergewaltigungsverdacht stehende bekannte TV-Wettermoderator ist nach mehr als vier Monaten aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der 52-Jährige verließ die JVA Mannheim am Donnerstag Nachmittag kurz nach 13:30 Uhr. Nachdem er aus der Gefängnispforte trat, bedankte sich der Moderator mit einer Umarmung bei einem Angestellten des Gefängnisses.

Eine Erklärung wollte der 52-Jährige jedoch nicht abgegeben. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hatte zuvor der Haftbeschwerde stattgegeben und den Haftbefehl gegen den Moderator aufgehoben. Das Landgericht Mannheim hatte einen Antrag auf Haftentlassung vor wenigen Wochen noch als unbegründet zurückgewiesen. Der 52-Jährige saß seit dem 20. März in Haft, weil er seine frühere Freundin vergewaltigt haben soll. Der Moderator selbst hatte die Tat stets bestritten. Am 6. September soll vor dem Landgericht Mannheim der Prozess gegen den Moderator beginnen.

Hintergrund der Entscheidung sei das am 9. Juli eröffnete Hauptverfahren gegen den Fernsehmoderator. In dessen Rahmen habe sich herausgestellt, "dass jedenfalls im derzeitigen Stadium des Verfahrens kein dringender Tatverdacht mehr bestehe", so der zuständige Strafsenat. Da als Augenzeugin lediglich die ehemalige Freundin des Angeklagten auftritt, stehe in dem Fall "Aussage gegen Aussage". Zudem habe die Frau im Verlauf des Ermittlungsverfahrens zunächst unzutreffende Angaben gemacht. Die Verletzungen, die der Moderator ihr zugefügt haben soll, könnte sie sich nach Meinung der Richter außerdem zumindest teilweise selbst beigebracht haben.

Am 6. September soll vor dem Landgericht Mannheim der Prozess gegen den Moderator beginnen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim wirft dem 52-Jährigen Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall vor. So soll der Moderator seine ehemalige Freundin unter Einsatz eines Messers zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Der Moderator selbst hatte die Tat stets bestritten. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Wettermoderator bis zu 15 Jahren Haft.

Nach der Ankündigung, dass der bekannte TV-Wettermoderator aus der Untersuchungshaft entlassen werden soll, hatten sich Dutzende Journalisten vor dem Ausgang der JVA Mannheim postiert. Der TV-Sender "n-tv" zeigte über eine Stunde das Live-Bild einer auf das Gefängnisportal gerichteten Kamera. Immer wieder war ein Vollzugsbeamter zu sehen, der die Pressemeute aufforderte, die Kameras auszuschalten. Wann der 52-Jährige das Gefängnis tatsächlich verlassen würde, war ihm selbst überlassen und vollkommen unklar.

Wir müssen aufgrund der aktuellen Rechtsauslegung zum Persönlichkeitsschutz trotz der breiten medialen Berichterstattung weiterhin auf die Nennung des Namens verzichten.

Newsquelle: dts Nachrichtenagentur
Bild: Journalisten vor Untersuchungsgefängnis von TV-Wettermoderator (Foto: dts Nachrichtenagentur)


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